OMR am Zug: Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Großevent

Artikel: OMR am Zug: Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Großevent

Großes Unternehmen

Unternehmen/Institution:

OMR

Kategorie:

Veranstaltungsmobilität

Mobilitätsbudget:

Nein

Teilnehmende:

2.123 Besucher:innen nutzten das Angebot

Zeitraum:

Das Veranstaltungsticket war für fünf Monate, von Januar bis Mai 2023, für Besucher:innen verfügbar


Beschreibung:

Das jährlich stattfindende, zweitägige OMR Festival ist eines der weltweit größten Präsenz-Events für die Digital-Branche mit rund 70.000 Besucher:innen im Jahr 2023.

Vor Ort entsteht durch Austausch und Inspiration ein besonderes Event, zugleich werden durch Großveranstaltungen wie das OMR Festival aber auch erhebliche Mengen an Treibhausgasen emittiert. Um unsere Emissionen besser zu verstehen, erstellten wir bereits für das OMR Festival 2022 eine Klimabilanz. Diese zeigte auf, dass rund 36 Prozent der CO2-Emissionen durch die An- und Abreise der Besucher:innen verursacht wurden. Damit handelt es sich um einen der größten Hebel, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Doch wie können wir diesen Hebel umlegen? Die Mobilität unserer Besucher:innen können wir nur begrenzt mit Anreizen steuern. Mit welchem Verkehrsmittel sie schlussendlich anreisen, ist ihre individuelle Entscheidung.

Und genau dort wollten wir ansetzen und bei der Entscheidungsfindung Aufklärungsarbeit leisten. Wir wollten eine Maßnahme anstoßen, die sich im Kern darum dreht, die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung einer klimafreundlichen Anreise bei Veranstaltungen zu lenken.

Wie soll das gehen?

Wir folgten dem ersten Impuls, der beim Brainstorming alle begeisterte: Wir bespielen einen ICE auf dem Weg zum Festival, quasi einen OMR-Zug.

Verrückt?

Nicht verrückt genug für unseren Kooperationspartner Deutsche Bahn. Gemeinsam gestalteten wir ein exklusives Gewinnspiel auf LinkedIn für die rund hundert zur Verfügung stehenden Plätze in zwei Waggons eines ICE-Zugs auf der Strecke von Berlin nach Hamburg am ersten Tag des OMR Festivals.

Einzige Voraussetzung für die Teilnahme war ein gültiges OMR-Ticket und etwas Glück. Für die Gewinner:innen gab es neben Croissants und Kaffee vor allem inhaltlichen Input rund um das Thema nachhaltige Veranstaltungen und Mobilität. Als Moderatorin konnten wir die Aktivistin und Influencerin Louisa Dellert begeistern, die sich live im Zug mit zwei spannenden Gästinnen austauschte. Mit von der Partie waren die Veranstaltungsexpertin Sarah Lüngen und die Leiterin Umweltschutz bei der Deutschen Bahn Stephanie Czesny. Die Besucher:innen konnten im Zug die lebhafte Diskussion mittels Kopfhörer verfolgen.

Darüber hinaus wollten wir auch konkrete Anreize schaffen, damit sich weitere Besucher:innen für klimafreundliche Verkehrsmittel bei der Anreise entscheiden.

In Kooperation mit der Deutschen Bahn wurde das Veranstaltungsticket angeboten, wodurch unsere Besucher:innen zum Festpreis ab 51,90 € klimafreundlich mit der Bahn nach Hamburg reisen konnten. Ein starkes Angebot, was jedoch nur genutzt werden kann, wenn unsere Besucher:innen auch Kenntnis darüber haben.

Um das Angebot möglichst allen zugänglich zu machen, platzierten wir Hinweise und Links auf unserer Website und auf unseren Social Media-Kanälen. Doch fragten wir uns weiter: Wann ist der richtige Moment, die Informationen zum Veranstaltungsticket zu teilen? Wann machen sich Besucher:innen von Veranstaltungen Gedanken über die Anreise? Die Antwort: Vor allem nach dem ersten Schritt, dem Ticketkauf.

Also platzierten wir in unserer Bestätigungsmail zum Ticketkauf ebenfalls den Hinweis auf das Veranstaltungsticket und sensibilisierten für das Thema einer klimafreundlichen Anreise.


Veränderung:

Zunächst ist uns wichtig zu betonen, dass eine Großveranstaltung wie das OMR Festival auch weiterhin vor großen Herausforderungen steht und wir uns schrittweise nachhaltiger aufstellen wollen. Genau diese schrittweise Verbesserung konnten wir mit unseren Maßnahmen anstoßen.

Einerseits lenkten wir mit Hilfe unseres Content-Formats im OMR-Zug die Aufmerksamkeit auf das wichtige Thema der klimafreundlichen Mobilität rund um Veranstaltungen.

Die Idee unseres Konzepts zur Aufklärung ging auf und wir erreichten über unsere eigenen Social Media-Kanäle über 30.000 Menschen. Auch außerhalb unserer eigenen Kreise zog die Aktion mit einer Reichweite von über 20 Millionen viel Aufmerksamkeit auf sich. Es wurde diskutiert, gelernt und gelacht und am Ende für eine klimafreundliche Anreise sensibilisiert – nicht nur für die Anreise zum OMR Festival, vielmehr für jegliche Veranstaltungen.

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Andererseits wurde für unsere Besucher:innen mit dem Veranstaltungsticket ein konkreter Anreiz geschaffen, klimafreundlich nach Hamburg zu reisen. Mit Hilfe der Platzierungen und der Kommunikation rund um das Veranstaltungsticket nutzten schlussendlich 2.123 Besucher:innen das Angebot. Mit den gebuchten Zugfahrten legten unsere Besucher:innen knapp 2,5 Millionen Kilometer klimafreundlich auf der Schiene zurück.

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Highlights:

Wie bereits aufgezeigt, wollen wir das OMR Festival Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten. Wichtig ist dabei, dass wir nicht behaupten, bereits alles perfekt zu machen, sondern gewillt sind, fortwährend dazuzulernen und dadurch immer besser zu werden.

Für das OMR Festival 2023 haben wir erfolgreich Erprobtes beibehalten und neue Maßnahmen ergänzt. So entstand ein Zusammenspiel aus vielen kleinen und großen Aktionen. Fokussiert haben wir unsere Aktionen auf drei Handlungsfelder: Festival-Infrastruktur, Abfall und Content.

Um einige Maßnahmen zu nennen: Im Bereich Food haben wir uns beispielsweise entschieden, größtenteils auf vegane Speisen zu setzen und so gab es dieses Jahr ein vielfältiges veganes Angebot. Das Ziel war, dass über die Hälfte aller Speisen vegan sind und wir dadurch die Treibhausgasemissionen pro Speise um mindestens 10 Prozent reduzieren können. Die Ergebnisse für das OMR Festival 2023 befinden sich mit Stand Anfang Juni noch in der Auswertung.

Ein anderes Beispiel sind unsere Maßnahmen rund um den Einsatz von Mehrwegprodukten zur Reduzierung von Abfall. Für Kaltgetränke setzen wir Mehrwegbecher bereits flächendeckend ein und haben dieses Konzept auch für #OMR23 beibehalten. Um den nächsten Schritt zu gehen, testeten wir dieses Jahr erfolgreich ein großes Pilotprojekt in unserer Food-Halle mit Geschirr und Besteck aus Mehrwegprodukten. Dabei konnten rund 35.000 Teile an Einwegteller und -besteck vermieden werden.

Eine weitere Maßnahme, um Abfall zu vermeiden, ist die Einlagerung und Wiederverwendung von OMR-Materialien. Wo dies leider nicht möglich ist, wie beispielsweise bei PVC-Planen im Außenbereich, spendeten wir diese an soziale Initiativen zur Weiterverwendung.

Auch die inhaltliche Bespielung rund um das Thema Nachhaltigkeit stand beim OMR Festival 2023 mehr im Fokus. Mit Speaker:innen wie unter anderem der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, der Transformationswissenschaftlerin Maja Göpel oder Anne Lamp vom Start-up traceless, die sich für Plastikalternativen einsetzen, wurden nachhaltige Themen vor einem großen Publikum besprochen.

Ein anderes Beispiel ist die Bühne unserer Initiative 5050 by OMR, mit der wir uns ganzjährig für Gleichberechtigung und eine gerechtere Arbeitswelt einsetzen. In einer Mischung aus Keynotes, Panels und Fireside-Chats wurde der aktuelle Stand zu Themen wie Gender Equality in der Wirtschaft, Vereinbarkeit, inklusive Führung, Repräsentation und Vorbilder in den Medien sowie Diskriminierung durch Künstliche Intelligenz diskutiert.

Mehr Informationen zu den Maßnahmen in den Handlungsfeldern hier.